Pandemie durch Schweinegrippe

Nach der seit Jahren befürchteten und erwarteten Pandemie durch eine Vogelgrippe (H5N1), für die nationale und lokale Pandemiepläne erarbeitet worden sind, gibt es aktuell die Gefahr einer Pandemie durch die Schweinegrippe (A/H1N1). Dabei geht es nicht nur um ein anderes Virus, sondern vor allem auch darum, dass die Ansteckung von Mensch zu Mensch bei der Schweinegrippe gesichert ist. In Mexiko sind bereits mehr als 1000 Menschen zum Teil schwer erkrankt und etwa 150 Menschen verstorben. Ein zweiter Schwerpunkt liegt in den USA. Die Krankheitsverläufe sind hier allerdings weniger heftig. Inzwischen wird weltweit über das Auftreten von Verdachtsfällen berichtet und auch ein bestätigter Fall aus Spanien gemeldet. Es muss damit gerechnet werden, dass Erkrankte über den Luftweg aus Mexiko oder den USA einreisen oder dass Erkrankungen von Reisenden aus diesen Ländern mitgebracht werden können.

Wie die Krankheitsbezeichnung aussagt, sind die auftretenden Symptome denen einer saisonalen Grippe ähnlich oder gleich und äußern sich in Form von Fieber, Husten und Halsschmerzen. Allerdings sind in erster Linie junge, gesunde Erwachsenen davon betroffen. Solange die Diagnose nicht gesichert ist, sollte man auf eine sorgfältige Handhygiene achten und mögliche Tröpfeninfektionen vermeiden. Da das Virus neu ist, gibt es noch keinen Impfstoff dafür. Es wird aber darauf hingewiesen, dass eine Behandlung mit Neurominidasehemmern erfolgreich sein kann. Unbedingt notwendig ist dabei die rechtzeitige Behandlung. Schwere Krankheitsverläufe sollten im Krankenhaus behandelt werden. Leichtere Verläufe hingegen bedürfen keiner stationären Behandlung. Der sichere Nachweis der Schweinegrippe ist zurzeit nur im Robert-Koch-Institut möglich.

Bei importierten Fällen gelten die Empfehlungen des RKI für die Meldung und das Management von Personen mit Verdacht auf aviäre Influenza, die gegenwärtig für die Schweinegrippe angepasst werden. Gleiches gilt für den Schutz des Medizinpersonals. Darüber hinaus sind die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention sowie die seit längerem vom Ausschuss für biologische Arbeitsstoffe (BAuA) bekannt gegebenen Vorgaben gültig. Das Robert-Koch-Institut und die Gesundheitsbehörden der Länder haben aktualisierte Meldebögen und Verhaltensmaßnahmen für Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte usw. veröffentlicht.

Über die Homepage des Robert-Koch-Institutes www.rki.de sind alle aktuellen Informationen zur Schweinegrippe zu beziehen. Hier werden auch Fragen zur Schweinegrippe beantwortet.

Die WHO zeigt sich besorgt und vergleicht die Situation mit dem SARS-Geschehen von 2003.

Verfolgt man die Berichterstattung in den unterschiedlichen Medien zur Schweinegrippe, so entsteht der Eindruck, dass es insbesondere einzelne Experten, die Politik oder wenige zentrale Institutionen sind, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Tatsächlich sind die Probleme vor Ort von den Gesundheitsämtern zu bewältigen. Zu den Aufgaben der Ämter hehören:

Das alles wird bereits jetzt, zu einem Zeitpunkt an dem in Deutschland nur wenige Verdachtsfälle aufgetreten sind, vorbereitet und umgesetzt. Sollte sich die Zahl Erkrankter entsprechend erhöhen, werden es die Gesundheitsämter sein, die mit Hilfe der von ihnen erstellten, örtlich geltenden Pandemiepläne für die Aufrechterhaltung des Lebens tätig werden. Das könnte beispielsweise die Schließung von Kindereinrichtungen oder das Verbot von Veranstaltungen bedeuten. Gemeinsam mit den Katastrophenschutzbehörden arbeiten sie in den örtlichen Einsatzstäben für außergewöhnliche Ereignisse.