Der Vorsitzende des Bundesverbandes der
Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Dr. Klaus Walter,
hat in einem Schreiben an die Finanzminister der Länder und die kommunalen
Spitzenverbände wegen des zunehmenden Ärztemangels im öffentlichen
Gesundheitsdienst Alarm geschlagen. In den letzten Jahren sei es wegen der
deutlich schlechteren Einstufung der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen
Gesundheitsdienst gegenüber ihren Kolleginnen und Kollegen an Krankenhäusern
und Unikliniken nahezu unmöglich geworden, frei werdende Stellen an den
Gesundheitsämtern und in der übrigen Gesundheitsverwaltung adäquat zu
besetzen.
Wörtlich heißt es in dem Schreiben:
„Der
Öffentliche Gesundheitsdienst leidet zunehmend unter einem Ärztemangel. Es
ist in den letzten Jahren deutlich schwerer, wenn nicht unmöglich geworden,
freiwerdende Stellen an den Gesundheitsämtern oder sonst wo in der
Gesundheitsverwaltung adäquat zu besetzen. Der Grund dafür ist eine deutlich
schlechtere Einstufung der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen
Gesundheitsdienst gegenüber den Tarifen im Krankenhaus oder in der
Uniklinik.
Aus allen Bundesländern berichten die Landesverbände der
Ärztinnen und Ärzte des ÖGD, dass es zunehmend schwierig, wenn nicht
unmöglich wird, Arztstellen adäquat zu besetzen. Auf Ausschreibungen melden
sich nur wenige Interessierte, nach einer Information über die Bezahlung im
ÖGD springen viele ab. Fachärzte können trotz mehrfacher Ausschreibung meist
nicht gewonnen werden.
Nun hat sich auch das
Deutsche Ärzteblatt im Heft 20 vom
15.05.2009 erneut mit dieser Problematik beschäftigt. In der Anlage
übersende ich Ihnen diesen Artikel, da er in kurzer und knapper Form die
Probleme, unter denen der Öffentliche Gesundheitsdienst leidet und in
Zukunft noch verstärkt leiden wird, wenn keine Änderung herbeigeführt wird,
aufzeigt.
Bereits 2006 schrieb das Deutsche Ärzteblatt, ich zitiere: „Der
ÖGD trägt mit seiner Arbeit wesentlich zu einer hohen Lebenserwartung der
Bevölkerung bei: Durch sauberes Trinkwasser, guten Impfschutz und Einhaltung
einer guten Hygiene. Dafür benötige der ÖGD auch in Zukunft gutes ärztliches
Personal und nicht eine Garnitur 2. Klasse, die aus der drohenden
schlechteren Bezahlung resultieren werde. Mit großer Sorge sehen wir eine
Entwicklung, die den ÖGD auf das Abstellgleis führt. Dem gilt es entgegen zu
treten“. Zitat Ende.
Im letzten Jahr hat der BVÖGD eine
Umfrage über die Besetzung von
Arztstellen in allen Bundesländern durchgeführt, auch diese Zusammenstellung
übersende ich Ihnen zu Ihrer Kenntnis.
Ich möchte Sie
bitten, im Interesse einer funktionierenden Bevölkerungsmedizin, für die der
ÖGD steht und deren Ziele er umsetzen muss, die Anpassung der Tarife an die
derzeit üblichen Arzttarife zu unterstützen, damit auch der Öffentliche
Gesundheitsdienst eine bessere Chance hat, qualifiziertes, ärztliches
Personal zu gewinnen und so seinen Aufgaben für die Bevölkerung in
Deutschland wirklich gerecht zu werden. Genauso wichtig ist es aus
Gerechtigkeitsgründen auch für beamtete Ärztinnen und Ärzte, eventuell durch
eine Funktionszulage, eine Angleichung an die Entlohnung von Ärztinnen und
Ärzten in Krankenhäusern herbei zu führen.
Ich werde diesen
Brief auch den Finanzministerien der Tarifgemeinschaft Deutscher Länder
zusenden. Ich würde mich freuen, wenn ich Sie durch mein Schreiben für die
Situation der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst
sensibilisieren konnte und bedanke mich bereits jetzt für Ihre Bemühungen,
um die derzeit sehr schwierige Lage zu verbessern.