Wir sind keine Ärzte zweiter Klasse! Wir haben mehr verdient!
Kundgebung am 28. Januar 2010 in Frankfurt am Main

Wir befinden uns mitten in den Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst 2010. Neben einer allgemeinen Einkommensforderung für alle Beschäftigten im Öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen, gilt es auch, die Situation der Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu verbessern. Die Tarifabschlüsse für die angestellten Krankenhausärzte im Kommunal- und Landesdienst haben spürbare Verbesserungen in Fragen der Arbeitszeit und des Entgelts für diese Berufsgruppe gebracht. Diese Vorteile gelten jedoch nicht für uns, die Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst. Unser Ziel ist, auch für uns eine leistungsgerechte und wettbewerbsfähige Bezahlung zu erreichen.

Der BVÖGD und die dbb tarifunion veranstalten im Rahmen der Einkommensrunde 2010 eine Kundgebung in Frankfurt am Main.

Ort: Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA),
Allerheiligentor 2-4, 60311 Frankfurt am Main
Zeit: 11.30 Uhr (die eigentliche Kundgebung beginnt 12.30 Uhr)

Im Vergleich zu den Krankenhausärzten verdienen wir zwischen 500 und 1.500 Euro weniger pro Monat. Doch auch der Öffentliche Gesundheitsdienst will und muss in Zukunft qualifiziertes Personal beschäftigen. Schon jetzt können freie Stellen nicht mehr nachbesetzt werden, weil Ärzte lieber zu den Kliniken abwandern oder dort bleiben. Aber ein Arzt im Öffentlichen Gesundheitsdienst muss nachweisen, vorher im Krankenhaus gearbeitet zu haben. Wer aber wechselt seinen Arbeitsplatz, wenn er in der neuen Stelle wesentlich weniger verdient, als vorher?! Wir verlieren so den Konkurrenzkampf!
 
Damit werden wir zu Ärzten zweiter Klasse abgestempelt!
 
Regelungen zur Rufbereitschaft, zum Bereitschaftsdienst oder zur Weiterbildung zum Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen fehlen oder sind nur sehr unzureichend im Tarifvertrag normiert. Die Arbeitgeber wollen die bestehenden Probleme nicht sehen und weigern sich, für uns Verbesserungen in die Tarifverträge aufzunehmen.
 
Doch: Die nächste Seuche kommt bestimmt!
 
Wir sind dafür verantwortlich, Impfprogramme einzuleiten und umzusetzen und die Bevölkerung vor Pandemien zu schützen. Wir machen Schuluntersuchungen. Wir entscheiden über die Einweisung von potentiell gefährlichen psychisch kranken Menschen. Wir entscheiden über die Einrichtung von Quarantänemaßnahmen.
 
Wir leisten das alles! Das haben wir bei Ausbruch der Schweinegrippe gezeigt. Aber wie lange noch? Wenn wir keinen qualifizierten Nachwuchs finden, wird sich die Situation schnell dramatisch zuspitzen. Die Folgen bei der nächsten Pandemie sind dann nicht abzusehen.
 
Wir kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen!