Die Rolle des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) in der Pandemie

Am 24. April 2009 wurde die Weltöffentlichkeit über das Auftreten eines neuen Grippevirus informiert. Wenige Stunden später wurde der erste Fall in Deutschland nachgewiesen.

Der Öffentliche Gesundheitsdienst hat schnell reagiert

Innerhalb kürzester Zeit haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den bereits vernetzten Strukturen des ÖGD reagiert. Der schnelle Informationsfluss zwischen Bund, Ländern und Kommunen war gewährleistet. Es wurden z.B. Telefonkonferenzen geschaltet und Empfehlungen abgestimmt.

Der ÖGD hat vorhandene Handlungsempfehlungen aktualisiert und regional ausgegeben. So wurden die umliegenden Krankenhäuser und niedergelassenen Ärzte informiert. Entscheidende Infrastrukturen (Flughäfen) wurden gleichzeitig benachrichtigt. Die Öffentlichkeitsarbeit wurde intensiviert und durch Bürgertelefone ergänzt. Eine zeitintensive und zeitnahe Pressearbeit war gefordert. Die auf den verschiedenen Ebenen erstellten Pandemie- und Notfallpläne haben sich bewährt. Dort vorgesehene Maßnahmen wie Aktivierung von Krisenstäben, Erreichbarkeit 24 Stunden 7 Tage die Woche, Verstärkung der Rufbereitschaft, aktive Fallfindung und Spezialdiagnostik, und Beratung der Ärzteschaft und der Bevölkerung. Umsetzung angemessener Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen.

Kurzfristig wurde eine neue Meldeverordnung geschaffen, um schnellstmöglich die aktuelle epidemiologische Situation in Deutschland  beurteilen zu können.

Ziel ist der Bevölkerungsschutz

Das Ziel all dieser Maßnahmen ist der Bevölkerungsschutz wie er im Infektionsschutzgesetz und in den Internationalen Gesundheitsvorschriften verankert ist.

Um dieses Ziel zu erreichen benötigt der ÖGD eine bessere personelle Ausstattung und eine angemessene Bezahlung, regelmäßige Fort- und Weiterbildung, die bestehenden regionalen Netzwerke müssen ausgebaut werden und die ressortübergreifenden Schnittstellen optimiert werden.

Es ist weiterhin notwendig, beratende Landesinstitutionen / Landesgesundheitsämter und Landeslaborkapazitäten im ÖGD vorzuhalten bei gleichzeitiger Optimierung der technischen Ausstattung und der Logistik.

Forderung des BVÖGD für die Zukunft

Der ÖGD hat sich der Aufgabe, die durch die Neue Influenza A/H1N1 entstanden ist, durch kurzfristige Personalumschichtungen und hohen persönlichen Einsatz gestellt. Dies war nur durch Zurückstellen wichtiger anderer Kernaufgaben möglich, weil seit einigen Jahren durch eine zu kurzsichtige Haushaltssparpolitik mit Stellenabbau und unterdurchschnittlicher Bezahlung nicht mehr genügend Personal im ÖGD vorhanden ist.

Zur Bewältigung einer solchen Situation müssen die bei der Eröffnung des ÖGD-Kongresses in Bielefeld am 7. Mai 2009 geforderten Maßnahmen der Personalstärkung und adäquaten Bezahlung im ÖGD rasch umgesetzt werden.