BVÖGD begrüßt Initiative von Bundesgesundheitsminister Bahr - Erweiterte Vorsorgeuntersuchungen in Schulen erfordern zusätzliche finanzielle und personelle Mittel

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes begrüßt die von Bundesgesundheitsminister Bahr vorgeschlagene Ausweitung der Vorsorgeuntersuchungen in Schulen, weist aber vor dem Hintergrund der knappen finanziellen und personellen Ressourcen im Öffentlichen Gesundheitsdienst darauf hin, dass dies aktuell bei der schlechten personellen Ausstattung der Gesundheitsämter nicht umsetzbar ist. „Die Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern gehört bisher nicht in den Aufgabenbereich der Gesundheitsämter“ so die Vorsitzende des BVÖGD, Dr. Ute Teichert-Barthel.

Bisher ist die Einschuluntersuchung, die flächendeckend von den Gesundheitsämtern durchgeführt wird, die einzige bundesweite Pflichtuntersuchung einer Altersgruppe. Bei den von den Krankenkassen finanzierten U-Untersuchungen, die derzeit bis zum 6. Lebensjahr und einmalig nach Vollendung des 10. Lebensjahres angeboten werden, ist die Teilnahme zwar empfohlen, aber freiwillig. Mit steigendem Alter sinkt die Teilnahmefrequenz. Im Rahmen des Kinderschutzes werden in vielen Bundesländern Einladungen zu diesen Untersuchungen über die Gesundheitsämter verteilt und die Erziehungsberechtigten an die Teilnahme erinnert.

Gerade im Sinne eines umfassenden Präventionskonzeptes kann die Ausweitung von Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen auch in den Schulen einen wichtigen Baustein darstellen. Auch ist es sicher möglich eine Steigerung der Impfquoten durch eine kombiniertes Untersuchungs- und Impfangebot zu erreichen. Kinder und Jugendliche erreicht man am besten in ihrem direkten Lebensumfeld, also in Kindertagesstätten und Schulen. Dies gilt nicht zuletzt für Kinder aus sozial benachteiligten Familien oder Kinder mit Migrationshintergrund.

Dafür ist jedoch ein Umdenken von allen Beteiligten notwendig. Dies gilt vor allem für die Bereitschaft für erweiterte Vorsorgeuntersuchungen in Schulen finanzielle Ressourcen auch von Seiten der Krankenkassen, Länder und Kommunen zur Verfügung zu stellen.

"Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist ein hohes Gut – gezielte Ansätze und Verbesserungen im schulischen Umfeld dürfen weder an fehlenden Mitteln noch an Kompetenzgerangel scheitern. Die politisch Verantwortlichen, Ärztinnen und Ärzte im niedergelassenen Bereich und in den Gesundheitsämtern, sowie die Kostenträger sollten hier an einem Strang ziehen. Der BVÖGD wird sich an dieser wichtigen Aufgabe konstruktiv beteiligen." so Teichert-Barthel.