Der 114. Deutsche Ärztetag in Kiel hat in einer vom Vorstand der Bundesärztekammer eingebrachten Entschließung die Bundesländer nachdrücklich aufgefordert, die Arbeitsfähigkeit des Öffentlichen Gesundheitsdienstes durch eine ausreichende Finanzierung zu gewährleisten und nachhaltig zu sichern. Die bessere Finanzausstattung wird insbesondere im Zusammenhang mit einer notwendigen Verstärkung der Aufgaben des ÖGD im Bereich der Prävention insbesondere bei Kindern und Jugendlichen und einer Gewährleistung der Aufgabenerfüllung der Gesundheitsämter im Bereich des Infektionsschutzes und der Krankenhaushygiene gesehen.
Kundgebung des BVÖGD für eine bessere Bezahlung der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen
Gesundheitsdienst am 12. Mai 2011 in Trier
"Der hierfür erforderliche, in zentraler Rolle fungierende Öffentliche Gesundheitsdienst verfügt jedoch nicht annähernd über die hier notwendigen Ressourcen für eine Ausweitung oder Intensivierung seiner Aufgabenerfüllung. Bund und Länder lassen somit einen zielführenden Ansatz bei der Verbesserung der Hygienebedingungen vermissen".
Auch der Marburger Bund hat bei seiner parallel zum Ärztetag stattfindenden Hauptversammlung die Bedeutung der Gesundheitsämter für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung hervorgehoben, den erheblichen Personalmangel im ÖGD beklagt und vor dem Hintergrund unzureichender Vergütungen vor einem Ausbluten des ÖGD gewarnt. In einem Beschluss fordert der Marburger Bund die öffentlichen Arbeitgeber auf, "ihre Verweigerungshaltung aufzugeben und die seit Herbst 2010 laufenden Tarifverhandlungen für den kommunalen Öffentlichen Gesundheitsdienst endlich durch Vorlage eines konstruktiven und akzeptablen Angebotes weiterzuführen."
Zu den Forderungen des Deutschen Ärztetages und des Marburger Bundes zur Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes erklärt die Bundesvorsitzende des BVÖGD Dr. Ute Teichert-Barthel: "Die Beschlüsse des Deutschen Ärztetages und des MB zur besseren personellen Ausstattung und zur besseren Bezahlung der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst zeigen, dass die gesamte Ärzteschaft hinter den berechtigten Forderungen des BVÖGD steht. Ärztemangel in Deutschland beschränkt sich nicht nur auf die niedergelassenen Ärzte und die Krankenhäuser. Er bedroht längst auch die Arbeitsfähigkeit der Gesundheitsämter, in denen unbesetzte Stellen an der Tagesordnung sind. Um ein weiteres Ausbluten des ÖGD zu verhindern, müssen die kommunalen Arbeitgeber endlich dafür sorgen, dass die qualifizierten Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst mit den Ärztinnen und Ärzten in den Krankenhäusern vergleichbare Tarifbedingungen erhalten. Stark steigende Steuereinnahmen bei den Kommunen schaffen hierfür den finanziellen Spielraum."